Hauttyp bestimmen: So findest du die passende koreanische Routine

Deinen Hauttyp bestimmst du am einfachsten mit zwei Beobachtungen: Wie fühlt sich die Haut 30 bis 60 Minuten nach einer milden Reinigung ohne Pflege an, und wo glänzt sie? Spannt sie überall, ist sie trocken; glänzt sie überall, ist sie fettig; glänzt nur die T-Zone aus Stirn, Nase und Kinn, hast du Mischhaut; fühlt sie sich überall ausgeglichen an, ist sie normal. Dazu kommen zwei Zustände, die jeden dieser Typen überlagern können: Empfindlichkeit und Dehydrierung. Erst wenn du Typ und Zustand kennst, lässt sich eine koreanische Routine sinnvoll zusammenstellen, und genau diese Fragen stellt auch unser Routine-Builder am Anfang.

Was ist der Unterschied zwischen Hauttyp und Hautzustand?

Der Hauttyp beschreibt, wie viel Talg deine Haut von Natur aus produziert und wie gut sie Feuchtigkeit hält. Er ist überwiegend genetisch angelegt und verändert sich nur langsam, etwa mit dem Alter oder hormonellen Umstellungen. Die klassische Einteilung kennt vier Typen: normal, trocken, fettig und Mischhaut. Der Hautzustand dagegen ist vorübergehend: dehydriert, empfindlich, zu Unreinheiten neigend oder mit geschwächter Barriere. Er hängt von Jahreszeit, Pflege, Stress, Schlaf und Klima ab und kann jeden Hauttyp treffen. Fettige Haut kann dehydriert sein, trockene Haut kann Unreinheiten haben, und empfindlich kann jede Haut werden, wenn die Barriere angegriffen ist. Dermatologische Typisierungen wie die nach Baumann kombinieren deshalb mehrere Achsen: Talg, Empfindlichkeit, Pigmentierung und Faltenneigung.

Wie bestimmst du deinen Hauttyp zu Hause?

Zwei einfache Selbsttests reichen. Wichtig ist, dass du sie an einem normalen Tag machst, nicht nach Sonne, Sport, Sauna oder einem neuen Peeling.

Der Abwarte-Test

  1. Gesicht abends oder morgens mit einem milden Reiniger und lauwarmem Wasser waschen, sanft trocken tupfen.
  2. Nichts auftragen: kein Toner, keine Creme, kein Sonnenschutz.
  3. 30 bis 60 Minuten warten und dabei auf Spannen, Glanz und Hautgefühl achten.
  4. Ergebnis: Spannen überall und matte, eventuell schuppige Stellen sprechen für trockene Haut. Glanz im ganzen Gesicht spricht für fettige Haut. Glanz nur in der T-Zone und normale oder trockene Wangen sind Mischhaut. Weder Spannen noch Glanz: normale Haut.

Der Blotting-Test

  1. Nach demselben Abwarten ein dünnes Löschpapier oder ein Kosmetiktuch nacheinander auf Stirn, Nase, Kinn und beide Wangen drücken.
  2. Gegen das Licht halten: Ölflecken auf allen fünf Stellen bedeuten fettige Haut, nur auf Stirn, Nase und Kinn Mischhaut, kaum oder keine Flecken normale oder trockene Haut.

Was Poren und Hautgefühl verraten

Sichtbar vergrößerte Poren auf Nase, Wangen und Stirn deuten auf fettige Haut, feine Poren mit Spannungsgefühl auf trockene. Eine Studie aus Korea zeigte allerdings, dass die Selbsteinschätzung oft daneben liegt: Viele Menschen hielten ihre Haut für fettig, obwohl die gemessene Talgproduktion normal war. Der Abwarte-Test ist deshalb verlässlicher als das Bauchgefühl. Bleibt das Ergebnis unklar, bist du wahrscheinlich normal oder Mischhaut.

Woran erkennst du die vier Grundtypen?

Hauttyp Merkmale Nach dem Abwarte-Test Schwerpunkt der Routine
Normal feine Poren, gleichmäßiger Teint, selten Unreinheiten weder Spannen noch Glanz erhalten: milde Reinigung, leichte Feuchtigkeit, Sonnenschutz
Trocken feine Poren, matt, spannt, neigt zu Schüppchen und feinen Linien Spannen überall Lipide und Wasser: Ceramide, Reis, Hyaluron, reichhaltige Creme
Fettig sichtbare Poren, Glanz, neigt zu Mitessern und Unreinheiten Glanz überall Talg und Verhornung: Gelreiniger, BHA oder PHA, Niacinamid, Gel-Creme
Mischhaut Glanz in der T-Zone, Wangen normal bis trocken Glanz nur auf Stirn, Nase, Kinn Zonen getrennt pflegen: leicht in der T-Zone, reichhaltiger an den Wangen

Normale Haut

Die Routine soll erhalten, nicht korrigieren: milder Reiniger, ein beruhigender oder feuchtigkeitsspendender Toner, leichte Creme, morgens Sonnenschutz. Als Toner eignet sich zum Beispiel der Anua Heartleaf 77 Soothing Toner, der laut Hersteller für alle Hauttypen gedacht ist; als Sonnenschutz die Beauty of Joseon Relief Sun: Rice + Probiotics. Mehr in der Kollektion normale Haut.

Trockene Haut

Trockene Haut produziert wenig Talg und verliert dadurch leichter Wasser. Sie braucht beides: Lipide für die Barriere und Feuchtigkeit. Bausteine: cremiger oder milder Gelreiniger (etwa der Anua Moisturizing Gentle Gel Cleanser mit Hyaluronsäure, Squalan und Ectoin), ein Toner in zwei bis drei Schichten, ein Serum mit Reis oder Ceramiden, eine reichhaltige Creme wie die Beauty of Joseon Dynasty Cream mit Reiskleie-Wasser, Ginseng, Squalan und Ceramiden oder die SKIN1004 Madagascar Centella Probio-Cica Enrich Cream, und eine cremige Sonnencreme. Mehr in der Kollektion trockene Haut.

Fettige Haut

Fettige Haut braucht Wasser, aber wenig Öl, und eine regelmäßige Hilfe gegen Verhornung. Bausteine: ein Gelreiniger mit niedrigem pH-Wert, zum Beispiel der COSRX Low pH Good Morning Gel Cleanser mit Betaine Salicylate und Teebaumblattöl, an zwei bis drei Abenden ein BHA- oder PHA-Toner, ein Niacinamid-Serum, eine Gel-Creme und morgens eine leichte Sonnencreme wie die Beauty of Joseon Relief Sun Aqua-Fresh. Wer zusätzlich zu Unreinheiten neigt, findet die ganze Routine im Ratgeber Koreanische Hautpflege bei unreiner Haut. Mehr in der Kollektion fettige Haut.

Mischhaut

Mischhaut pflegst du nach Zonen: leichte Texturen überall, an den Wangen bei Bedarf eine zweite Schicht oder eine reichhaltigere Creme, Peeling-Pads nur auf der T-Zone. Eine Gel-Creme wie der COSRX Snail Mucin 92% Face Moisturizer mit Schneckensekret-Filtrat und Natriumhyaluronat passt in der Regel beiden Zonen; die Sonnencreme darf leicht sein. Mehr in der Kollektion Mischhaut.

Was bedeutet empfindliche Haut?

Empfindliche Haut ist kein eigener Typ, sondern ein Zustand, der jeden Typ begleiten kann. Eine internationale Expertengruppe definiert sie als Haut, die auf Reize, die normalerweise keine Beschwerden auslösen, mit Brennen, Stechen, Jucken oder Spannen reagiert, oft zusammen mit Rötungen. Typische Auslöser sind Duftstoffe, Alkohol, Säuren, Temperaturwechsel und zu viele Produkte. Die Routine bleibt kurz: milder Reiniger (zum Beispiel der Anua Hydrating Gentle Foaming Cleanser, laut Hersteller ohne Duftstoffe), Toner oder Pads mit Centella und Panthenol wie die SKIN1004 Madagascar Centella Quick Calming Pads, eine Barrierecreme mit Ceramiden, Cholesterin und Fettsäuren wie die SKIN1004 Madagascar Centella Soothing Cream, und als Peeling höchstens PHA, etwa die Medicube Zero Pore Pad Mild. Jedes neue Produkt zuerst einige Tage am Kieferrand ausprobieren und nur eines auf einmal einführen. Mehr in der Kollektion empfindliche Haut und im Ratgeber Hautbarriere stärken.

Dehydriert oder trocken: Wie erkennst du den Unterschied?

Trockene Haut fehlt Fett, dehydrierter Haut fehlt Wasser. Das klingt ähnlich, braucht aber andere Pflege, und dehydriert kann auch fettige Haut sein. Typische Zeichen für Dehydrierung: Die Haut spannt, obwohl sie glänzt; Make-up setzt sich in feinen Knitterfältchen ab; der Teint wirkt fahl; Produkte „verschwinden“ sofort. Ein Hinweis, kein Beweis: Drückst du die Wangenhaut sanft zusammen, zeigen sich bei Wasserdefizit feine Längsfältchen, die sich langsam glätten. Die Antwort sind wasserbindende Wirkstoffe in mehreren leichten Schichten: Hyaluronsäure, Glycerin, Betain, Panthenol. Der Celimax Dual Barrier Creamy Toner mit Hyaluronsäure, Ceramiden und Panthenol eignet sich für die 7-Skin-Methode, darüber eine Creme, die die Feuchtigkeit hält; bei fettiger, dehydrierter Haut eine Gel-Creme. Mehr in der Kollektion Feuchtigkeit.

Wann ändert sich der Hauttyp?

  • Alter: Die Talgproduktion ist in der Pubertät und den Zwanzigern am höchsten und sinkt danach; viele Menschen mit fettiger Haut werden ab vierzig zu Mischhaut, nach den Wechseljahren oft zu trockener Haut.
  • Jahreszeit und Klima: Heizungsluft und Kälte trocknen aus, Hitze und Feuchtigkeit lassen mehr Talg fließen. Viele Routinen brauchen im Winter eine reichhaltigere Creme als im Sommer.
  • Hormone: Zyklus, Schwangerschaft, Verhütung oder Stillzeit verändern Talg und Empfindlichkeit vorübergehend.
  • Pflege selbst: Austrocknende Reiniger und zu viele Säuren lassen die Haut mehr Talg produzieren und empfindlicher werden; das wirkt wie ein anderer Hauttyp, ist aber ein Zustand.
  • Medikamente und Erkrankungen: Hier gehört die Einschätzung in dermatologische Hände.

Prüfe deinen Hauttyp deshalb etwa einmal pro Jahreszeit neu, besonders wenn sich die Haut anders anfühlt als gewohnt.

Wie geht es vom Hauttyp zur Routine weiter?

Der Routine-Builder stellt dir in sechs Fragen eine Morgen- und Abendroutine zusammen: Hauttyp, Empfindlichkeit, bis zu drei Bedürfnisse wie Feuchtigkeit, Poren oder Glow, Inhaltsstoffe, die du ausschließen möchtest, die gewünschte Produktzahl (3, 5, 7 oder 10) und dein Budget. Die Ergebnisse zeigen je Schritt ein passendes Produkt und Alternativen; den Sonnenschutz enthält jede Morgenroutine. Wie die Schritte aufeinander folgen, erklärt der Ratgeber Koreanische Hautpflege-Routine: die richtige Reihenfolge. Beginne mit drei Schritten (Reinigung, Feuchtigkeit, Sonnenschutz), beobachte die Haut vier Wochen und ergänze erst dann Toner, Serum oder Peeling für ein konkretes Bedürfnis.

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Häufige Fragen

Kann ich mehrere Hauttypen gleichzeitig haben?

Einen Hauttyp, aber mehrere Zustände. Mischhaut ist der Typ mit fettiger T-Zone und normalen bis trockenen Wangen; dazu kann die Haut gleichzeitig dehydriert oder empfindlich sein.

Ist fettige Haut automatisch unrein?

Nein. Fettige Haut neigt wegen des Talgs eher zu Mitessern, bleibt aber bei milder Reinigung, regelmäßigem BHA- oder PHA-Peeling und leichter Feuchtigkeit oft klar. Unreinheiten sind ein Zustand, kein Typ.

Wie oft sollte ich meinen Hauttyp prüfen?

Etwa einmal pro Jahreszeit und immer dann, wenn sich die Haut anders anfühlt als gewohnt, etwa nach hormonellen Veränderungen, einem Umzug in ein anderes Klima oder einer neuen Routine.

Braucht fettige Haut eine Feuchtigkeitscreme?

Ja, aber eine leichte Gel-Creme statt reichhaltiger Öle. Ohne Feuchtigkeit verliert die Haut Wasser und produziert oft noch mehr Talg.

Was mache ich, wenn der Selbsttest kein klares Ergebnis bringt?

Dann ist die Haut meist normal oder Mischhaut. Starte mit einer leichten Routine aus Reinigung, Feuchtigkeit und Sonnenschutz und beobachte vier Wochen. Bei anhaltenden Beschwerden wie Brennen, Schuppen oder Rötungen hilft eine dermatologische Praxis mit Messgeräten weiter.

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Quellen

  • Baumann L: Understanding and treating various skin types: the Baumann Skin Type Indicator. Dermatologic Clinics, 2008.
  • Youn SW et al.: Evaluation of facial skin type by sebum secretion: discrepancies between subjective descriptions and sebum secretion. Skin Research and Technology, 2002.
  • Misery L et al.: Definition of Sensitive Skin: An Expert Position Paper from the Special Interest Group on Sensitive Skin of the International Forum for the Study of Itch. Acta Dermato-Venereologica, 2017.
  • Verdier-Sévrain S, Bonté F: Skin hydration: a review on its molecular mechanisms. Journal of Cosmetic Dermatology, 2007.
  • American Academy of Dermatology: Dermatologists' tips to relieve dry skin und Face washing 101
  • Herstellerangaben und Inhaltsstoffangaben der genannten Produkte (Stand Oktober 2026).

Dieser Ratgeber informiert über kosmetische Hautpflege und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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